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Gisbert zu Knyphausen
…: Tour 2012 * 09.02.2012 * Muffathalle, München * Support: Daantje & The Golden Handwerk * Hauptact: Gisbert zu Knyphausen * Standort: 1. Reihe links, vor der Box „Ich bin hier, weil du auch hier bist.“, war einer unserer Claims aus der Zeit, in der A und ich eigentlich nur noch mit GhvC-Zitaten um uns geworfen haben. Letztens traf ich eine Kollegin, mit der wir in der Zeit oft essen waren – bedauerliches Ding. Sie hatte ja keine Ahnung, dass wir ganze Konversationen aus Songtexten bestreiten konnten. Gisbert zu Knyphausen haben wir dann doch irgendwie nie live gesehen, aber an diesem Abend in der Muffathalle meinte er, vor zwei Jahren wäre er kurz vor der Lungenentzündung gewesen und sehr schlecht drauf. Also mal wieder alles richtig gemacht. In Regensburg war er ja meist unter der Woche und so war ich froh, ihn mal in München zu haben, wenn ich auch in München war. Noch einen Schwank aus meiner Jugend: Ich habe „Live at Fliegende Bauten“ bis zur Besinnungslosigkeit gehört. Dementsprechend war ich das Programm akustisch gewöhnt, hatte aber auch nichts, gegen mehr Instrumente und die dann auch noch eingesteckt. Fun Fact: Die Vorband Daantje & The Golden Handwerk wurde von der Gisbert zu Knyphausen Band unterstützt und ungefähr jeder Musiker spielte bei jedem Song ein anderes Instrument, ging von der Bühne ab, wieder rauf, war verschollen und so weiter. Sehr chaotisch, lustig, gewöhnungsbedürftig (so wie die Musik an sich, fast ein bisschen zu viel Westerngitarre, aber ein, zwei gute Rock’n’Roll-Nummern, wie z. B. „Zum Tee Zu Neerström“). Sein Gitarrist nahm das auch gleich mit in die zweite Show des Abends, allerdings eher bei Stimmschwierigkeiten, über die Gisbert lachen konnte. Überhaupt, dieses Lachen! Das unbeholfene Tanzen, die geschlossenen Augen, die gefühlvollgespielten Saiten. Dazu noch das Karohemd und es war Liebe. (Liebe, die ich die Woche auch sehr mit Kettcar teile, weil ich das Album seit Montag habe, und weil sie heute bei NeoParadise sein werden und auch, wenn mir Tomte fehlt, ich weiß, dass alles gut wird!). Selbstverständlich war ein Highlight für mich „Sommertag“. Gleich anschließend hätte das zweite Highlight kommen sollen – „Kräne“ – doch leider presste sich in diesem Augenblick ein Fangirl an mich und sang mir ekelhaft falsch ins Ohr. Mach ich das immer so bei Placebo? Ich glaube, der Unterschied ist die Textsicherheit, der angenehme Körpergeruch und ein einigermaßen gutes Gefühl für Töne. Und dass ich natürlich mich an niemanden pressen muss, weil ich in der ersten Reihe stehe, so, wie gestern auch. Links, vor der Box. Oropax vom Security geschenkt bekommen. Übrigens genauso umsonst wie die Garderobe (UMSONST!). Und hier der Unterschied zu wie wir früher waren – jetzt verfolgt mich die Farbenladenorga. Mal abgesehen von einer der Kunststudenten war nämlich auch ¾ von Marvpaul anwesend (die zwar meinten, ich wäre von Sound of Munich Now, da ich da aber auch gearbeitet habe, ließ ich ihnen das mal durchgehen, den Buben). Zurück zu den Highlights: „Hurra! Hurra! So nicht.“, „Der Blick in deine Augen“, „Gute Nachrichten“, dann verliebt in „Morsches Holz“ („Ich tausche meine blauen Flecken gegen Geld, Sex, Drogen und das Versprechen, dass wir nie wieder zurückkommen hier her, nie mehr“). Das „apokalyptische Kriegslied“ „Der tödliche Schlag“ war interessant und mir neu. Und seine Ansage irgendwann zwischen den Songs „Und dann schipperte die junge Liebe die Elbe entlang und hielt so … 14 Jahre und dann betrog er sie und sie ihn und dann zog sie nach Rosenheim … oder Passau …“ wurde frenetisch abgefeiert. Ich hoffe mal, da ich nach „Frau Himmelblau Bittet Zum Tanz“, der ersten Zugabe, gehen musste, dass ich „Neues Jahr“ nicht verpasst habe. Das hat mir nämlich noch gefehlt. Im souverän gewinkten Taxi dann erstmal nochmal verliebt. Und zwar in den Kettcar-Song „R.I.P.“. Schon 100x gehört seit Montag, jetzt aber echt nochmal noch toller gefunden: „Das ewige Aufstehen, das ewige Umfallen … Wenn das der Frieden ist, musst du den Krieg nicht noch erfinden.“ |
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